Inhalt / 12.06.2026
1.) Wochenrückblick und Ausblick auf Kommendes
2.) Bericht zur Verlegung der Stolperschwelle auf dem Dornhaldenfriedhof
3.) Mündliche DELF-Prüfungen an der Waldschule Degerloch
4.) Autorenbesuch und Schreibworkshop in der Klasse 6c
5.) Erfolgreiche Teilnahme beim Stadtradeln
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1.) Wochenrückblick und Ausblick auf Kommendes
Die erste Unterrichtswoche nach den Pfingstferien hielt für unsere 10. Klassen die Möglichkeit zu weiteren Lernentwicklungsgesprächen bereit und endet für unsere Klassensprecherinnen und Klassensprecher sowie weitere in der SMV engagierte Schülerinnen und Schüler mit einem zweitägigen SMV-Seminar in Bad Liebenzell. Hier verbringen die Waldschülerinnen und Waldschüler eine spannende Zeit mit den SMV-Lehrkräften und planen unter anderem bereits die Aktionen für das kommende Schuljahr.
Am heutigen Freitag besucht außerdem eine Kindergartengruppe unsere Grundschule und wird im Grundschul-Foyer von der Zauber AG mit einer Show bezaubert. Auch die Vorbereitungen für das Musical in der letzten Schulwoche (ab dem 23.7.) laufen auf Hochtouren. Plakate und Flyer sind schon im Druck. Im nächsten Newsletter werden wir über Kartenverkauf unter Neuigkeiten informieren.
In der kommenden Woche erwarten wir ab Mittwoch unsere Gastschule aus Schottland. Zudem finden die Nachtermine der Realschulabschlussprüfung statt und das fachpraktische Abitur in Sport. Wir wünschen allen Prüflingen weiterhin eine gute Vorbereitung und viel Erfolg!
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2.) Aktiv gegen das Vergessen – Stolpersteine
Am 19.05.2026 ging die Klasse 9c gemeinsam mit Frau Homburg, Frau Hengstenberg und Frau Buchmann auf eine Exkursion, um Zeugen der Verlegung einer Stolperschwelle zu werden. Diese fand auf dem Dornhaldenfriedhof in Degerloch statt, wo sich von 1869 bis 1968 ein militärischer Schießplatz befand. In den Jahren 1941 bis 1945 diente dieser außerdem als Hinrichtungsort, an dem mindestens 21 Soldaten und Polizisten nach militärgerichtlichen Todesurteilen erschossen wurden.
Doch bevor ich weiter auf dieses besondere Erlebnis eingehe, möchte ich zunächst erklären, was Stolpersteine überhaupt sind: Die Stolpersteine wurden 1992/93 von Gunter Demnig initiiert und werden bis heute von ihm selbst hergestellt und verlegt. Dabei handelt es sich um kleine Steine mit einer Messingplatte auf der Oberseite, auf der die Namen sowie die Geburts-, Deportations- und Todesdaten der Opfer eingraviert sind. Die Stolpersteine werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer in den Gehweg eingelassen. Sie erinnern an Menschen, die der NS-Diktatur zum Opfer fielen. Heute gelten die Stolpersteine als das größte dezentrale Mahnmal der Welt und umfassen mittlerweile über 100.000 Steine in 31 europäischen Staaten (Stand 2023). Dadurch sind die Opfer nicht länger anonym oder nur „Objekte“, die beseitigt wurden, sondern Menschen, die auf grausame Weise ermordet wurden und an die heute erinnert wird.
Wir kamen um 8:20 Uhr dort an und sahen bereits eine Platte über dem Loch, in das später die Schwelle eingesetzt werden sollte. Während wir auf Gunter Demnig warteten, kamen immer mehr Menschen und eine 7. Klasse der Fritz-Leonard-Realschule dazu. Sophie aus der 9d spielte zur Eröffnung ein Stück auf der Geige. Außerdem wurde über den Maschinengewehrstand gesprochen und ein dazugehöriger Plan gezeigt. Gegen 8:50 Uhr kam Gunter Demnig an. Er stellte fest, dass das Loch zu tief ausgegraben worden war und nicht genügend Füllmaterial vorhanden war. Einige Besucher der Gedenkrunde liefen deshalb kurzfristig mit Eimern zum nahegelegenen Betriebshof, um weiteres Material zu holen. Währenddessen wurden uns die Biografien derjenigen vorgelesen, die angeblichen „Verbrechen“ begangen hätten sowie die Abschiedsbriefe einiger Opfer des NS-Regimes vorgetragen, die an diesem Ort erschossen wurden: Dazu gehörte Ewald Huth, der am 1. November 1944 hingerichtet wurde, weil er sich immer wieder abfällig über die NS-Herrschaft geäußert hatte. Außerdem wurde von Gustav Stange erzählt, der am 20. Februar 1942 hingerichtet wurde, weil er als Zeuge Jehovas den Eid auf Hitler nicht schwören konnte. Die Anklage vor dem Militärgericht lautete auf Wehrkraftzersetzung. Ein weiteres Opfer war Josef Martus, der am 10. August 1942 hingerichtet wurde, weil er sich als verheirateter Hauptwachtmeister der Schutzpolizei in einen Mann verliebt hatte.
Nachdem die Stolperschwelle verlegt worden war, zog Gunter Demnig direkt weiter nach Tübingen, um dort weitere Stolpersteine zu verlegen. Sophie spielte anschließend erneut ein Stück auf ihrer Geige.
Auf der Schwelle steht:
„1941–1944“
Maschinengewehrschießstand
Militärischer Schießplatz Dornhalde
Mindestens 21 Soldaten und Polizisten werden nach militärgerichtlichen Todesurteilen hier erschossen.“
Zum Abschluss legten wir einige Nelken auf die Schwelle und entfernten den Schmutz von ihr, um den Opfern unseren Respekt zu zeigen. Die Arbeiter der Tiefbaufirma füllten anschließend das Loch rund um die Schwelle wieder auf.
Der Besuch war eine besondere und bewegende Erfahrung, weil er gezeigt hat, wie wichtig Erinnerungskultur ist und dass die Opfer der NS-Zeit nicht vergessen werden dürfen.
(Luise Groeneveld, 9c)
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3.) Mündliche DELF-Prüfungen an der Waldschule Degerloch
Anfang der Woche haben einige unserer Zehntklässlerinnen und Zehntklässler im Fach Französisch erfolgreich ihre mündlichen DELF-Prüfungen abgelegt. Folgende Schülerinnen und Schüler haben das B1-Diplom erhalten: Jonathan Jedes, Henry Krämer. Michaela Manolaki, Nalani Liebich, Victoria Holubetz, Mats Rentschler, Sarah Schlick, Kilian Aßmann, Ida Nestel, Miriam Fritz, Luca Döringer, Tingyi Wu, Jonathan Karrer, Charlotte Bratzler, Klara Kolban, Matilda Menges.
Wir gratulieren herzlich zum bestandenen DELF-B1-Diplom!
Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz auf dieses Prüfungsangebot und hoffen, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wertvolle Erfahrungen aus ihrer ersten mündlichen Sprachprüfung mitnehmen konnten. Diese werden ihnen sicherlich auch in der Kursstufe zugutekommen.
(Carmen Rößler)
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4.) Ein spannender Autorenbesuch
An diesem Mittwoch hatten wir, die Klasse 6c, die Gelegenheit, den Autor Tobias Elsässer in unserer Klasse zu begrüßen. Er erzählte uns von seinem Leben als Autor und Hundebesitzer, seiner Arbeit und davon, wie Geschichten entstehen. Besonders interessant war auch, dass er von seinen eigenen Schulerfahrungen berichtete. Er erzählte offen, dass er die 4. Klasse wiederholen musste, weil er Schwierigkeiten im Fach Deutsch hatte. Umso beeindruckender ist es, dass er heute erfolgreich Bücher schreibt und veröffentlicht. Herr Elsässer erklärte uns auch, wie sein Schreibprozess aussieht. Obwohl heutzutage viele Menschen am Computer arbeiten, spielen für ihn Stift und Papier noch immer eine wichtige Rolle. Ideen notiert er oft zuerst handschriftlich, bevor daraus eine Geschichte entsteht. Natürlich hatte er auch zwei seiner eigenen Bücher mitgebracht. Dabei sprach er kurz über die Inhalte sowie über die Gestaltung der Cover. Wir erfuhren, wie wichtig ein ansprechendes Cover ist, damit Leserinnen und Leser neugierig auf ein Buch werden und welche Rolle mittlerweile KI in den Bücherverlagen spielt.
Ein zentrales Thema seines Vortrags war die Bedeutung von Erlebnissen und Begegnungen für den Schreibprozess: Seiner Meinung verfügt jeder Mensch über Fantasie und jeder hat bereits seine eigene Geschichte. Das eigene Leben und die Menschen, die man trifft, können somit eine wichtige Quelle für Ideen sein.
Außerdem sprach der Autor über die Rolle von Künstlicher Intelligenz beim Schreiben. Er erklärte, dass KI beim Sammeln von Ideen oder bei der Recherche helfen kann. Die eigentliche Kreativität und die persönlichen Erfahrungen eines Autors könne sie jedoch nicht ersetzen. Er verglich dies mit dem Musizieren: Nur weil ich mir viele Videos anschaue, wie man ein Instrument spielt, kann ich noch nicht selbst automatisch dieses Instrument spielen.
Und auch wir durften bei einem Schreibworkshop aktiv werden: Zwischendurch sollten wir selbst kreativ sein und unsere Schuhe malen. Diese bekamen dann zentrale eigene Eigenschaften und zudem eine „Superkraft“. Hier waren wir viel im Austausch und beim Verfassen einer Geschichte aus der Sicht eines Schuhes entstanden sehr witzige Ergebnisse. Diese Aufgabe zeigte, wie aus alltäglichen Dingen neue Ideen und Geschichten entstehen können und welche Rolle dabei die Perspektive spielt.
Am Ende beantwortete der Autor die Frage, was man für eine gute Geschichte braucht: interessante Figuren, spannende Ereignisse, eine Gliederung, Fantasie und die Bereitschaft, genau hinzuschauen und Menschen zu beobachten und zuzuhören. Wie wichtig es ist, mit allen Sinnen durch die Welt zu gehen, wurde uns bei einer weiteren Schreibaufgabe bewusst. Hier durften wir draußen mit Klemmbrettern Ideen, Gerüche und Eindrücke sammeln. Der Autorenbesuch war für uns eine sehr interessante Erfahrung und gab spannende Einblicke in die Welt des Schreibens. Das war mal ein anderer Schultag!
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5.) Erfolgreiche Teilnahme am Stadtradeln 2026
Beim diesjährigen Stadtradeln haben 32 aktive Radlerinnen und Radler der Waldschule gemeinsam beeindruckende 6.887 Kilometer zurückgelegt. Durch diesen Einsatz konnten rund 1.129 Kilogramm CO₂ eingespart werden.
Die Waldschule erreichte in der Kommune Stuttgart einen hervorragenden 37. Platz. Besonders gratulieren wir der Klasse 6c sowie Corvin Zyder Jg.1, die innerhalb unserer Schulgemeinschaft die meisten Kilometer erradelt haben. Diese werden am Sommerfest in zwei Wochen geehrt werden.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement und freuen uns schon darauf, im nächsten Schuljahr wieder an den Start zu gehen!